Vereinfachte Heizkonzepte, natürliche Lüftung
Die Haustechnik setzt auf vereinfachte und wartungsarme Systeme mit natürlicher Lüftung, dezentraler Warmwasserbereitung und effizienter Wärmeerzeugung, wodurch technischer Aufwand, Betriebs- und Wartungskosten reduziert und zugleich Komfort und Energieeffizienz gewährleistet werden.
Ablauf
Vom Planungsziel zur realisierten Maßnahme
Muss es so warm sein?
Die Auslegungstemperaturen werden niedriger festgelegt, 19°C für Wohn- und Schlafräume, 20-21°C für Bäder, 15°C für Flure.
vereinfachtes Heizkonzept
Ein einfaches, wartungsarmes Haustechnikkonzept mit reduziertem Aufwand, beispielsweise durch kompakte Zentralheizungen oder effiziente Wärmepumpen.
natürliche Luftzirkulation durch Fensterlüftung
Durch den bewussten Verzicht auf aufwendige technische Anlagen wird die Gebäudetechnik auf das Wesentliche reduziert, wobei lediglich eine mechanische Abluftanlage in den Bädern zum Einsatz kommt.
elektrischer Durchlauferhitzer für Warmwasserversorgung
Durch die bedarfsgerechte Erwärmung direkt am Verbrauchsort werden lange Leitungswege und Wärmeverluste reduziert sowie der Wartungsaufwand verringert.
angenehmes Raumklima bei Reduktion des Energieverbrauchs und der Betriebskosten
Eine frühzeitige und transparente Kommunikation mit den Bewohner:innen ist entscheidend, um über das mögliche kühlere Raumempfinden aufzuklären und die Akzeptanz des Gebäudekonzepts zu fördern.
Rahmenbedingungen durch Hamburger Standard
„Initiative kostenreduziertes Bauen“ sorgt für eine transparente Leistungskette und einheitlich für Bauherren, Planer und Bauträger.
Fachliche Vertiefung
Planerisch
Grundtemperatur
Die Auslegungstemperaturen werden bewusst niedriger festgelegt – beispielsweise 19 °C für Wohn- und Schlafräume, 20–21 °C für Bäder sowie 15 °C für Flure – und tragen damit zum vereinfachten Heizkonzept bei. Durch diese gezielte Absenkung lassen sich Energieverbrauch und Betriebskosten reduzieren, während weiterhin ein gesundes und angenehmes Raumklima gewährleistet ist. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Räume etwas kühler empfunden werden können, ohne die Aufenthaltsqualität wesentlich zu beeinträchtigen.
- Plan oder Zeichnung · PDFGrundrisse
- Plan oder Zeichnung · PDFSchnitt
Bautechnisch
Heizsysteme
Das vereinfachte Heizkonzept basiert auf einfachen, wartungsarmen Systemen mit reduziertem technischen Aufwand. Statt komplexer Anlagen kommen standardisierte, klar strukturierte Heizlösungen wie kompakte Zentralheizungen oder effiziente Wärmepumpen zum Einsatz. Durch geringere Regelungstechnik und niedrige Systemtemperaturen werden Betriebs- und Investitionskosten gesenkt, während Komfort und Energieeffizienz erhalten bleiben. Der Fokus liegt auf robuster Technik, hoher Betriebssicherheit und einer wirtschaftlichen Wärmeversorgung im Sinne des Hamburg-Standards.
natürliche Lüftung
Das Lüftungskonzept basiert auf einer natürlichen Luftzirkulation durch Fensterlüftung und verzichtet bewusst auf eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage. Der Luftaustausch erfolgt manuell über die Öffnungselemente, wodurch der technische Aufwand, die Betriebskosten und der Wartungsbedarf minimiert werden. In den Bädern ist zur Sicherstellung eines ausreichenden Feuchteschutzes eine mechanische Abluftanlage vorgesehen, die den Luftwechsel bedarfsgerecht unterstützt und hygienische Raumluftbedingungen gewährleistet.
dezentrale Wasserbereitung
Die Warmwasserversorgung erfolgt dezentral über elektrische Durchlauferhitzer, wodurch lange Leitungswege und Wärmeverluste vermieden werden. Dieses System ermöglicht eine bedarfsgerechte Erwärmung direkt am Verbrauchsort und reduziert zugleich den Installations- und Wartungsaufwand. Die hierfür erforderliche Energie wird teilweise durch eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage gedeckt, die zur Eigenstromerzeugung beiträgt und den Anteil regenerativer Energien im Gebäudebetrieb erhöht.
Rechtlich
Mustervertragsklausel zu DIN EN 12831
Die Mustervertragsklauseln stammen aus der „Initiative kostenreduziertes Bauen“ der Freien und Hansestadt Hamburg, die technische Standards überprüft und bewusst reduzierte Anforderungen definiert, um kostengünstiges, dennoch sicheres und qualitätsvolles Bauen zu ermöglichen. Sie sind gedacht für Bauherren, Planer, Bauträger und später auch Nutzende [Käufer:innen/Mieter:innen], damit entlang der gesamten Leistungskette transparent und einheitlich mit den vereinfachten „Hamburg-Standards“ gearbeitet werden kann.
